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Der Bürgermeister informiert:Standortanalyse Burgstädter Altstadt
Standortanalyse Burgstädter Altstadt

Liebe Burgstädterinnen und Burgstädter,

unsere Altstadt ist Burgstädts „Gute Stube“. Sie ist Handelsplatz, Begegnungsstätte, kulturelles Zentrum, Arbeitsplatz und nicht zuletzt die emotionale Mitte Burgstädts.

In den letzten Wochen lasen Sie oft den Begriff „Standortanalyse Burgstädter Altstadt“ in Presse und Anzeiger. Viele von Ihnen haben Interesse bekundet und wollten wissen, was es damit auf sich hat. An dieser Stelle möchte ich Ihnen die wichtigsten Eckdaten erklären und Ihnen die Gedanken und Überlegungen zu diesem Projekt darstellen.

Ein wesentliches Ziel der Standortanalyse für die Burgstädter Altstadt war die Untersuchung der aktuellen Einzelhandelssituation in der Altstadt und das Aufzeigen von Lösungsansätzen und Empfehlungen für den Erhalt und die Stärkung der vorhandenen Einzelhandels- und Dienstleistungseinrichtungen sowie der Ladenhandwerks- und Gastronomiebetriebe. Dabei wurden folgende Entwicklungslinien als wesentlich erachtet und deshalb betrachtet:
1. Globale Gesellschafts- und Entwicklungstrends (Technischer Wandel)
2. Demografische Bevölkerungsentwicklung
3. Entwicklungstrends im Einzelhandel

Die Auswirkungen dieser Kriterien wurden analysiert und für den Burgstädter Einzelhandel untersucht. Um zu realistischen Ergebnissen zu kommen und die daraus resultierenden Maßnahmen auch umzusetzen, wurden im Rahmen der Standortanalyse die Beteiligten und Betroffenen um Mithilfe gebeten. Befragt wurden Burgstädter Gewerbetreibende, Händler, Dienstleister und Freiberufler. Partner waren und sind außerdem der Gewerbe- und Handelsverein, der Kulturverein, die Stadtverwaltung sowie die ansässigen Kreditinstitute. Im Mittelpunkt des Interesses stand vor allem die Entwicklung von Kosten und Umsätzen sowie Veränderungen im Branchenmix.
Grundsätzlich spiegeln sich die nationalen Trends des Einzelhandels auch in Burgstädt wieder: Der Umsatz im Einzelhandel stagniert gegenüber den steigenden Lebenshaltungskosten und liegt zudem im bundesdeutschen Vergleich auf eher niedrigem Niveau. Die IHK weist in unserem Kammerbezirk einen Einzelhandels-Jahresumsatz von 2.580 EUR je m² Verkaufsfläche aus und liegt damit bundesweit auf dem vorletzten Platz. Zum Vergleich: In Hamburg sind es 6.605 EUR, in Dresden 3.241 EUR und in Leipzig 3.396 EUR.
Gleichwohl lag die Kaufkraft in Burgstädt im Jahr 2019 bei 64,9 Mio. EUR. Durchschnittlich hat also jeder Burgstädter im vergangenen Jahr 6.124 EUR Jahr für Kleidung, Lebensmittel, Haushaltsartikel, Online-Käufe etc. ausgegeben. Immerhin 85,5% der „ansässigen Kaufkraft“ – das sind 55,5 Mio EUR – werden statistisch gesehen im Burgstädter Einzelhandel umgesetzt und bleiben somit in Burgstädt. Das heißt, es fließen lediglich 14,5% Kaufkraft ins Umland und den Online Handel ab. In der Realität ist der Kaufkraftabfluss höher, wird aber durch Käufer aus den Umlandgemeinden teilweise kompensiert. Dies ist ein deutlicher Ausdruck der bestehenden Anziehungskraft Burgstädts als Handelsstandort.

Was bedeuten diese zunächst beeindruckend großen Zahlen für die Altstadt? Nach den aktuellen Erhebungen liegen ca.16% der Burgstädt Verkaufsflächen in der Altstadt. Jedoch werden nach den Hochrechnungen hier nur 5% des oben genannten Umsatzes gemacht. Damit liegt der kalkulierte Umsatz deutlich unter dem ohnehin schon niedrigen Wert der anderen Flächen und des IHK-Bezirks Chemnitz.

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Situation für den Standort Burgstädt nicht so niederschmetternd ist, wie es oft den Anschein hat oder man es im Buschfunk hört. Für die Altstadt hingegen bestätigen und unterstreichen die Ergebnisse die Brisanz der wirtschaftlichen Situation des hier ansässigen Einzelhandels.

Auch wenn die Einzelhändler zunächst für den Erfolg ihres Geschäfts selbst verantwortlich sind, wollen wir insbesondere zur Stärkung der Altstadt als Handelsplatz mit besonderem, mit exklusivem Profil beitragen. Dies wird nur gemeinsam mit Eigentümern, Anlieger, Händlern, Anwohnern und Stadtverwaltung entwickelt und gelebt werden können. Frei nach dem Motto „Viel ausprobieren - methodisch begleiten“ wollen wir in den nächsten Monaten weiterarbeiten. Mein Dank gilt allen Mitstreitern, die sich engagiert für die positive Entwicklung unserer Altstadt einsetzen.

Noch für dieses Jahr haben wir uns mit dem Altstadtmanagement zunächst drei Projekte vorgenommen, über die ich Sie in Kürze an dieser Stelle informieren werde.


Ihr Bürgermeister
Lars Naumann


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