Bekanntmachungen

Der Bürgermeister informiert: Erhaltungssatzung Markt
Erhaltungssatzung Markt Burgstädt

Liebe Burgstädterinnen und Burgstädter,
der Stadtrat hat zuletzt einen Antrag auf Umgestaltung des Burgstädter Marktplatzes abgelehnt. Dies heißt aber nicht, dass die Gestaltung des Marktes unveränderbar ist. Im besten Fall soll die Gestaltung von Räumen und Plätzen ihrer Funktion folgen. Will man also über die künftige Gestaltung des Marktes diskutieren, sollte zunächst skizziert werden, welche Funktionen, Rollen und Ziele unser Burgstädter Marktplatz einschließlich der umfassenden Altstadt haben soll. Diese Fragestellungen zielen in die Zukunft, zielen auf Ideen und Visionen.
Märkte sind als so genannte Präsenzmärkte bereits seit der Antike als Orte nachweisbar, auf denen Anbieter den Kunden ihre Ware präsentieren und verkaufen. Während sich in der Folge die Rahmenbedingungen, Organisations- und Rechtsformen weiterentwickelt haben, blieb das Kerngeschäft über Jahrhunderte bestehen: der unmittelbare physische Austausch von Handelsgütern.
Waren es zunächst freie Plätze auf welchen zu festen Zeiten gehandelt wurde, dokumentiert die Stadtgeschichte den Einzug des Handels in die marktangrenzenden Handelshäuser, später die Überdachung von Plätzen zu Markthallen, bis zum Bau von Warenhäusern zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Märkte und Handel wirkten so über Jahrhunderte prägend auf die Stadtgrundrisse und die Stadtentwicklung.
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist der MARKT mit den Funktionen des Handels, des Austausches und der Öffentlichkeit verbunden. Umso schmerzlicher ist es, wenn dann auf dem Markt genau dieses eingeschränkt oder gar nicht erfolgt. Es macht uns alle nachdenklich und traurig, wenn noch erlebte Funktionen verloren gehen, wenn Schaufenster gähnen oder Gardinen die Intimität privater Wohnzimmer schützen, ehe das Schaufenster ganz verschwindet.
Wenn sich aber die öffentlichen Angebote zurückziehen, in welchem Umfang benötigen wir dann noch diesen Raum? Die Sehnsucht nach dem Markt ist wohl auch begründet auf seiner Rolle im urbanen Leben, Sehen und Gesehen werden, Erleben, Austausch – auch im Zeitalter der Digitalisierung. Ich habe keinen Zweifel daran, dass das miteinander Umgehen auch künftig zu den menschlichen Grundbedürfnissen gehört. Vielleicht wird das Miteinander in unserem Zusammenleben beim Arbeiten, in der Freizeit, beim Lernen und Diskutieren neue Stellwerte bekommen. Dass dies in den vertrauten, angenehmen, menschlichen, weil kleinteiligen Strukturen unserer Kleinstadt passieren wird, dass unser Markplatz dabei ganz traditionell zum Treffpunkt wird – das hoffe ich.
Die Altstadt mit diesen Strukturen zu erhalten und gleichzeitig Neuem Zutritt zu ermöglichen, sollte unser gemeinsames Ziel sein. Mit der Stadtsanierung haben wir in den vergangenen Jahren Vieles bewahrt und erreicht. Mit dem Altstadtmanagement wollen wir nun die neuen Entwicklungen begleiten und mit der derzeit erarbeiteten Erhaltungssatzung gleichzeitig das Wesen der Räume festlegen und bestimmen, welche Werte wir bewahren.
Nach der Sommerpause wird die Erhaltungssatzung dem Stadtrat vor- und der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt. Unter Beachtung der Corona-Rahmenbedingungen werden wir dazu Möglichkeiten finden, zum Beispiel im Rathaus, im Büro des Altstadtmanagements oder auch online.
Wenn Sie neugierig geworden sind, können Sie sich gern bereits bis dahin im Büro des Altstadtmanagements, in der Herrenstraße 5, erste Eindrücke verschaffen. Auf die Diskussionen mit Ihnen, Ihre Wünsche und Anregungen freue ich mich.

Ihr Bürgermeister
Lars Naumann


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