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Der Bürgermeister informiert
Der lebendige Fürstenzug in Burgstädt

Liebe Burgstädterinnen, liebe Burgstädter,

es ist längst schon kein Geheimnis mehr: Am Stadtfestwochenende gastiert der Verein „Der Fürstenzug zu Dresden e.V.“ in unserer Stadt.
Freuen wir uns gemeinsam auf Samstag, den 5. Oktober 2019. Ab 14:30 Uhr wird an diesem Tag für alle Burgstädter und Gäste sächsische Geschichte lebendig.

Warum kommt der Fürstenzug nach Burgstädt?
Der Höhepunkt unseres diesjährigen Stadtfestes schließt zugleich das 130jährige Wettinhain-Jubiläum ab. Aber was haben die Wettiner mit Burgstädt zu tun? Um ehrlich zu sein: Nicht allzu viel. Der geschichtliche Bezug ist gering, jedoch durchaus bemerkenswert, und allemal ein Grund zum Feiern. In der Festschrift von Dr. Wolfgang Scheffel ist im Kapitel „Nomen est Omen“ folgender Text zu lesen:

„Was war 1089 geschehen und wurde 800 Jahre danach zum Anlass zu einem „Jubelfest“? In diesem Jahr setzte das Fürstengeschlecht der Wettiner, konkret in der Person des Grafen Heinrich I. von Eilenburg, fest seinen Fuß in die sächsischen Lande. Durch den Deutschen Kaiser wurden die Wettiner mit der Markgrafschaft Meißen belehnt. Der Titel eines Markgrafen von Meißen hat sich bis in die Gegenwart gehalten und wird sogar noch von den heute lebenden Wettinern getragen. Im Laufe der Jahrhunderte stiegen die Markgrafen auf zu Kurfürsten und schließlich zu Königen. Somit beging man 1889 das 800jährige Regierungsjubiläum der Wettiner.“1

Von den Namensgebern unseres Parks hat es tatsächlich einer geschafft, unsere Stadt zu besuchen: König Johann. Er soll 1861 sogar Schützenkönig geworden sein. Sein Sohn König Albert regierte zur Zeit der Wettinhain-Gründung. Obwohl er nie zu Gast in Burgstädt war, trug er wesentlich zur Blühte Sachsens bei. Viele Dresdner Bauwerke sind nach ihm benannt, z.B. das Albertinum und die Albertbrücke. Wie im Militär wurde er auch im Volk geachtet und fand zu seinen Untertanen den richtigen Ton. Er löste anstehende Probleme mit Geschick und Diplomatie.
Übrigens: Ein gewisser Herr Dr. Böhmert, seinerzeit Referendar am Amtsgericht, hatte die Idee zur Namensgebung. Wie sich dies zugetragen hat und welche Personen noch maßgeblich an der Etablierung unserer „grünen Lunge“ als Park beteiligt waren, wird in einem Theaterstück zu sehen sein, welches ca. 16:00 Uhr im Anschluss an den Fürstenzug im Festzelt auf dem Markt aufgeführt wird. Einige bekannte Burgstädter sind eifrig dabei, das unterhaltsame Stück zu proben. Lassen Sie sich diese amüsante Stunde Heimatkunde nicht entgehen.

Wie die Wettiner laufen lernten
In überschwänglicher Laune nach einem erfolgreichen regionalen Herrscherzug zum zehnten Geburtstag des Mittelsächsischen Kultursommers fiel im September 2003 der bedeutungsschwere Satz: „Nun schaffen wir auch den Fürstenzug!”, ausgesprochen von Andreas Lorenz, Herr über die edlen Vierbeiner des Seelitzer Reit- und Fahrvereins. Gemeinsam mit dem Mittelsächsischen Kultursommer, der Rochlitzer Kostümwerkstatt vom Netzwerk Mittweida und Schloss Rochlitz ging man daran, das berühmte Wandbild am Dresdner Stallhof zum Leben zu erwecken.
Das Wandbild in Dresden ist 1872-1876 von Wilhelm Walther gefertigt worden und es besteht aus Porzellanfliesen. Der lebendige Fürstenzug bildet es 1:1 ab. Mit dabei und in Burgstädt zu bewundern werden sein:
- 94 Personen (35 Markgrafen, Kurfürsten und Könige Sachsens sowie 59 Wissenschaftler, Künstler, Handwerker, Soldaten, Kinder und Bauern),
- 45 Pferde und zwei Windhunde.

Alles wird präsentiert von einem Moderator, der den Fürstenzug vorstellen wird.
Zur Verwirklichung der Idee, Geschichte lebendig werden lassen, wurden sprichwörtlich „weder Kosten noch Mühen gescheut“. Zum Beispiel wurden ca. 1.400 Meter hochwertige Stoffe und viele hundert Meter Futterstoffe, Rosshaar und Klebevlies verarbeitet. Mehr als 1.000 Knöpfe, Haken und Ösen und etwa 100.000 Meter Stickgarn zieren die Kostüme.

Die Fürstenzug-Strecke durch Burgstädt: Samstag, 5. Oktober 2019 ab 14:30 Uhr
Beginn des Fürstenzuges an der Burkersdorfer Straße, Höhe Peniger Straße (alternativ Weststraße) -> Mühlenweg -> Chemnitzer Straße -> Straße der Deutschen Einheit -> Ahnataler Platz (Bühne) -> Dr.-Heinrich-Hahn-Straße -> Kurt-Mauersberger Straße.
Ende des offiziellen Teiles.
Danach über Ludwig-Böttger-Straße, Marienplatz, Mohsdorfer Straße, Burkersdorfer Straße, Peniger Straße zur Reithalle.
(Änderungen vorbehalten)


Lassen Sie sich diesen einmaligen Höhepunkt nicht entgehen. Säumen Sie in großer Zahl als Publikum die Strecke. Der Auftritt des Fürstenzuges konnte über Sponsoren finanziert werden und ist für Sie kostenfrei zu erleben. Belohnen Sie die vielen Engagierten aus dem lebendigen Fürstenzug und die vielen eifrigen Organisationsbeteiligten des Stadtfestes und von „130-Jahre-Wettinhain“ mit Ihrer Anwesenheit. Lassen Sie uns gemeinsam Burgstädt für ein paar Stunden in historisch-königlichem Glanz erstrahlen.

Ihr Bürgermeister
Lars Naumann




1 Quelle: Dr. Wolfgang Scheffel: 130 Jahre Wettinhain 1889-2019. Limitierte Festzeitschrift, Hrsg: Stadt Burgstädt, S. 39



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