Bekanntmachungen

Das Ordnungsamt informiert
Informationen des Landratsamts zur Bestimmung, Gefährdung und Bekämpfung von Riesenbärenklau bzw. Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum)

Der Riesenbärenklau ist im Kaukasus heimisch und wurde vor reichlich 100 Jahren von Imkern nach Europa eingeführt. Diese auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich und attraktiv aussehende Staude gilt damit als Neophyt (nach 1500 hier eingewanderte Pflanzenart).

Bestimmung:
• Stängel: hohl, in Bodennähe bis d=10 cm, häufig rot gefleckt
• Blatt: sehr groß, untere Blätter inkl. Stiel bis 3 m lang, 3 zählig gegliedert, Unterseite kurz behaart
• Blüte: bestehend aus vielen weißen Einzelblüten mit ca. 12 mm langen Kronblättern, Blütendolden insgesamt 50-150 strahlig und bis 50 cm breit
• Blütezeit: Juni-August
• Höhe: 2-3 m
• Biologie/Entwicklung: Die Pflanze ist 2-3 jährig; der Blütenstand erscheint im 2. oder 3. Lebensjahr der Pflanze - danach stirbt diese ab. Bei Beseitigung des Blütenstandes wird versucht, eine Notblüte auszubilden. Die Pflanze vermehrt sich ausschließlich über Samen - es werden bis zu 20.000 Samen/Pflanze gebildet, die bis zu 7 Jahre keimfähig sein können.

Gefährdung:
Die Besonderheit der Pflanze besteht in einer doppelten Gefährdung:
a) Die Pflanze ist durch ihre überlegenen Vermehrungs- und Ausbreitungsstrategien in der Lage, in wenigen Jahren große Bestände zu bilden und sich schließlich unkontrollierbar auszubreiten, da jeglicher Unter- und Nachbarwuchs unterdrückt und die heimische Flora vollständig verdrängt wird, was zu einer Verminderung der Artenvielfalt und zu Biotopzerstörungen führt.
b) Die Art gefährdet die menschliche Gesundheit, da der Pflanzensaft das giftige Furanocumarin enthält, welches bei Hautkontakt zur so genannten „bullösen Wiesendermatitis“ führt und wahrscheinlich sogar eine carcinogene und mutagene Wirkung hat. Hautverätzungen und Verbrennungen 2. Grades, die durch Sonneneinstrahlung noch verstärkt werden, sind die Folge. Hiervon sind insbesondere unachtsam spielende Kinder betroffen.

Prinzipiell ist der Eigentümer verantwortlich dafür, dass von seinem Grundstück keine Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen (Verkehrssicherungspflicht).

Bekämpfung:
Die Notwendigkeit einer flächendeckenden Bekämpfung ergibt sich aus den o.g. Gefährdungen für die heimische Pflanzen- und Tierwelt und die menschliche Gesundheit. Eine flächendeckende Bekämpfung ist möglich, da sich die Pflanze ausschließlich über Samen vermehrt. Der Regenerationsteil der Pflanze beschränkt sich hauptsächlich auf den oberen Teil der Sprossverdickung.
Daraus ergeben sich folgende Bekämpfungsmethoden:

Einzelpflanzen
a) tiefgreifendes Ausgraben bzw. Abstechen der Wurzel, nachdem zuvor der Spross abgeschnitten wurde
b) lückenloses Einhüllen jedes Blütenstandes einer Pflanze mit einer Plastiktüte; nach Abreifen der Pflanze sind dann die Stiele jeweils unterhalb der Tüte abzuschneiden; Achtung: Kein Samen darf auf den Boden fallen!

flächige Bestände
Wiederholtes (> 5x) Mähen in Abständen von 10 Tagen, wobei die erste Mahd kurz vor der ersten Blüte erfolgen muss.
Die Maßnahme muss solange wiederholt werden, bis sich das Samenpotenzial im Boden erschöpft hat.
Achtung: Auf Samenpflanzen in angrenzenden Bereichen achten, um eine Reinfizierung zu verhindern.
Nachnutzung der Fläche durch Einpflanzung von standortgerechten heimischen Gehölzen oder Einsaat
Nachkontrolle auf Keimpflanzen.

Arbeitsschutz:
• Während der Bekämpfung sollte Schutzkleidung (einschließlich Schutzhandschuhe sowie Schutzbrille) getragen werden.
• Die Arbeiten sollten bei abgeschwächter Sonneneinstrahlung durchgeführt werden.
• Sollte es dennoch zu Verbrennungen kommen, ist ein Hautarzt zu konsultieren.

Entsorgung:
Die der Vermehrung dienenden Pflanzenteile, wie die Samen, sowie regenerierbare Pflanzenteile, wie der Wurzelstock, dürfen auf keinen Fall kompostiert werden, weder im eigenen Garten noch in einer Kompostieranlage (Biotonne).
Zu beseitigenden Pflanzen bzw. -teile sind, verpackt in Kunststoffsäcken, unter Beachtung der Einordnung des Abgebers an einer der nachfolgenden Einrichtungen kostenpflichtig zur fachgerechten Entsorgung abzugeben:

- Für die gewerbliche und private Anlieferung von Kleinmengen aus Privatgärten: Abfallwirtschaftsverband Chemnitz (AWVC), Weißer Weg 180, 09131 Chemnitz
Rückfragen beim AWVC zu den Anlieferungsbedingungen, Öffnungszeiten, Gebühren etc. unter Tel.: 0371 674070

- Ausschließlich für die private Anlieferung von Kleinmengen aus Privatgärten: Wertstoffhof Mittweida*
Leipziger Str. 48, 09648 Mittweida
Rückfragen unter 03727 94240
* Die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe sind im jeweiligen Abfallkalender bzw. unter www.ekm-mittelsachsen.de unter der Rubrik „Wertstoffhöfe“ veröffentlicht.

Landratsamt Mittelsachsen
Tel.: 03731 7994144


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