Nachbetrachtung ...
... der Veranstaltung vom 17.04.2012:
 

Vortrag über das Flächennaturdenkmal Trockenhang "Kieferberg" und das Quellgebiet "Sturzbach"

Am 17.04.2012 fand im Neuen Sitzungssaal des Rathauses eine Veranstaltung zum Thema: Flächennaturdenkmal Trockenhang "Kieferberg" und Quellgebiet "Sturzbach" statt. Herr Marko Eigner, Umweltpädagoge und Mitarbeiter des Naturschutzbundes Regionalverband Erzgebirge e.V. Chemnitz (NABU RVE), berichtete über die im Rahmen der Untersuchung gemachten Beobachtungen, insbesondere über das Vorkommen besonders geschützter Arten.

Umweltpädagoge Herr Marko Eigner (links im Bild)

Neben der „Spanischen Flagge“ und der „Mopsfledermaus“ konnten bei den bisherigen Untersuchungen insgesamt 201 Arten nachgewiesen werden. Dabei besitzen 78 Arten einen Status in der Roten Liste Sachsen (Bsp.: Gemeine Sichelschrecke, Spanische Flagge, Springfrosch). Davon sind 5 stark gefährdet und 2 vom Aussterben bedroht. 70 weitere Arten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz
besonders geschützt (Bsp.: Braun- wurz-Mönch, Erdkröte, Grasfrosch),
22 sind streng geschützt (Bsp.: Springfrosch, Abendsegler, Großes Mausohr). Sieben festgestellte Arten sind nach der FFH-Richtlinie sowie fünf nach der Vogelschutzrichtlinie (Bsp.: Neuntöter) geschützt.
Diese hohe Zahl an schutzwürdigen Arten, deren Reproduktion im untersuchten Bereich stattfindet, zeigt den hohen Wert dieses Gebietes an.

Der geplante Eingriff im Rahmen des Kies- und Gesteinsabbaus würde erhebliche Auswirkungen auf die ansässige Tier- und Pflanzenwelt haben. Es könnte zur vollständigen Zerstörung der Lebensräume von schützenswerten Arten kommen und die Qualität der Jagdgebiete vom Großem Mausohr, Großem Abendsegler, der Breitflügel- und Mopsfledermaus verschlechtern.
Auch überregional hat der Kieferberg eine wichtige Bedeutung. Er bildet mit den ausgewiesenen FFH-Gebieten „Mittleres Zwickauer Muldetal“ und dem „Chemnitztal“ einen Biotopverbund. Mit dem geplanten Abbauvorhaben würde das Gebiet seine wichtige Funktion als Nahrungs- und Wanderhabitat für viele Arten (z.Bsp. Großes Mausohr und Mopsfledermaus) verlieren.

Spanische Flagge (Quelle: Archiv Naturschutz LfULG, F. Klenke)

Neben dem NABU sowie ansässigen Naturschützern und interessierten Bürgern hat sich auch die Stadt Burgstädt den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses Kleinods zum Ziel gesetzt. So sind im Jahr 2012 weitere Untersuchungen am, im und um den Kieferberg geplant, z.Bsp. die Suche nach Reproduktionsstätten des Springfrosches, eine Datenerhebung zu Flugstraßen von Fledermäusen, Nachforschungen und die Erfassung von Wochenstuben oder Quartieren).

Im nachfolgenden erhalten Sie noch einen kleinen Einblick in die vorgefundene Tier- und Pflanzenwelt.

Abendsegler (Quelle: Archiv LfULG, M. Wilhelm)
Echtes Tausendgüldenkraut (Quelle: wikipedia.org)
Neuntöter (Quelle: Archiv Naturschutz LfULG, G. Engler)
Braunwurz-Mönch (Quelle: wikipedia.org)
 
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