Gewässer
 

Die Gewässer

Schwarzteich mit Arboretum im Hintergrund
Am Anfang der Stationsgeschichte war nichts mehr von den auf einzelnen Messtischblättern verzeichneten Gewässern verblieben, alle Gewässer waren als Müllkippe oder Weideland beansprucht worden, woraus die Notwendigkeit der Renaturierung erwuchs. Das größte Gewässer in der Station ist der zentral gelegene Schwarzteich, welcher eine intensive Rekultivierung hinter sich hat.
Während der etwa zwei Jahrzehnten Stationsgeschichte erlitt die Unterwasserwelt mehrere Rückschläge. Die Zusammenstellung des ersten Jahres aus Tausendblatt , Wasserhahnenfußund Wasserstern wurde im Folgejahr durch Algenteppiche (welche aufgrund eines viel zu hohen Nährstoffeintrages entstanden) komplett vernichtet.
Seitdem versuchte man mit Hilfe von Rückstauen den Eintrag zu regulieren. Diese wurden jedoch regelmäßig durch Randalierer entfernt, sodass nach den Algen Schwimmpolster aus Wasserlinse entstanden. Kurz vor der Wende stabilisierte sich der Teich nach einer Entschlämmung und es bildete sich eine ansehnliche Pflanzengesellschaft unter anderem aus Wasserpest , Wasserstern, Sumpfwasserfeder.
Vor kurzem hat sich die Wasserqualität erneut verschlechtert (, dies führte zum erneuten Absterben der Unterwasserflora- und fauna, von der nur noch wenige Arten überdauern.Der Schwarzteich im Winter
Unter den beheimateten Fischarten waren besonders ModerlieschenModerlieschen, GründlingGründling, Dreistachliger StichlingDreisachliger Stichling, SchleieSchleie, KarauscheKarausche und Bartgrundel zu nennen; leider konnten sich nur die Moderlieschen trotz des akuten Nahrungsmangels behaupten. Der Fischbestand dient seinerseits dem seltenen EisvogelEisvogel und dem GraureiherGraureiher als Nahrungsgrundlage.
Im Gegensatz dazu war schon nach einem Jahr eine gut entwickelte Ufervegetation (bestehend aus Blutweiderich,Doldiger Schwanenblume und Wasserschwertlilie sowie vielen weiteren Pflanzengattungen) hervorgebracht, welche eine große Blütenfülle in der ersten Jahreshälfte aufweist. Diese Vegetation stellt auch vielerlei Gelegezonen für Vögel zur Verfügung und wird von vielen Insekten als Habitat genutzt, weshalb diverse Amphibien zum Beutefang anzutreffen sind.
Eine Vielzahl an Amphibien wie Grasfrosch, Springfrosch, Kammmolch und ErdkröteErdkröte sowie diverse andere Arten der Gattungen nutzen die Uferzonen als Laichgebiet, wodurch jedes Jahr große Laichwanderungen, die bereits im Frühjahr einsetzen und die darauf folgenden Kaulquappenschwärme im Frühsommer, zu beobachten sind.
Jedoch werden die Amphibien zunehmend dazu gezwungen auf die Kleingewässer im Stationsgelände auszuweichen, weil der Laich meist verpilzt. Um dem Problem zu begegnen wird der Teich 2005 komplett entschlämmt und neu befüllt, danach kann man ihn mit neuen Wasserpflanzen bestücken und Fische aussetzen.

Im Zuge der Biotopgestaltung in den 80er und 90er Jahren wurden in der Nähe des Hauptteiches zusätzliche Kleingewässer mit TeichrosenKleingewässer angelegt und alte Abflusssysteme wieder instand gesetzt. Besonders bemerkenswert ist die Akzeptanz des Folieteiches, an dem sich zum Beispiel der rundblättrige Sonnentau in nur drei Jahren um 2500% von 2 auf ungefähr 50 Exemplare vermehrte und Grasfrösche laichten.
Jedoch wird auch in diesen Gewässern die Wasserqualität durch Sickerwasser verschlechtert; erstaunlicher Weise sind zur Zeit noch keine erkennbaren Verluste an Flora und Fauna zu verzeichnen. Eine Dammfertigstellung Ende 2005 sollte dieses Problem zumindest für zwei Kleingewässer endgültig lösen können.