Mitmachprojekt - Schmetterlingswiese
"Puppenstuben gesucht - Blühende Wiesen für Sachsen Schmetterlinge"
 
Beteiligung
der Stadt Burgstädt
Logo zum Projekt "Puppenstuben gesucht - blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge"

Auftaktveranstaltung am 20. Mai 2015 in der Naturschutzstation Herrenhaide

Staatsminister Thomas Schmidt hat am 20. Mai 2015 in der Naturschutzstation den Startschuss für die Aktion „Puppenstuben gesucht – blühende Wiesen für Sachsen“ gegeben.

Das dreijährige Projekt richtet sich an alle die Grünflächen bzw. Grünlandflächen pflegen. Ein Schwerpunkt des Projektes sind Grünflächen in Dörfern und Städten. Grundstückseigentümer, Vermieter und Flächenverwalter, die Flächen im Siedlungsbereich pflegen, sowie auch Interessierte, die die Pflege solcher Flächen übernehmen wollen, sind dabei besonders gefordert.
Die Mitmachaktion ist ein gemeinsames Projekt der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), des Naturschutzbundes Sachsen e.V. (NABU), des Senckenberg Museums für Tierkunde und der Landschaftspflegeverbände Sachsens.
Hintergrund der Aktion ist die seit 1990 in Europa, Deutschland und Sachsen stark zurück gegangene Population der Schmetterlinge. Die Verluste liegen zwischen 30 und 50 %. Schmetterlinge brauchen Wiesen mit hohem Gras, um ihre Puppen verstecken zu können und mit vielen Blumen als Nahrungsquelle. Solche schmetterlingsfreundlichen Flächen sind oftmals entweder ganz verschwunden oder sie werden so gemäht, dass sie für Schmetterlinge in ihren Entwicklungsstadien nicht als Lebensräume geeignet sind. Schmetterlinge, Insekten und auch Vögel brauchen Wiesen mit hohem Gras und vielen Blumen als Lebensgrundlage.

Schmetterlingswiese an der Lindenstraße

Die Stadt Burgstädt hat diesem Projekt eine Fläche an der Lindenstraße gewidmet. Die bis ca. 2010 als Kleingärten genutzte Fläche entlang des Viaduktes zwischen der Zufahrt zum Kaufland und der Rudolf-Breitscheid-Straße konnte sich innerhalb dieser Zeit natürlich entwickeln und ist mit den vorhandenen Pflanzen, einzelnen Bäumen und Sträuchern die ideale Grundlage für das Naturschutzprojekt. Das rund 2.000m² große Areal ist mit seiner abwechslungsreichen Vegetation ideal geeignet, als Lebensraum für die Tagfalter zu dienen. Es finden sich u. a. Gewöhnliche Schafgarbe und Rotklee auf dem Gelände. Durch Hagebutte und Haselnuss wird das Nahrungsangebot erweitert.

Die Aktion wird seit dem 02.09.2015 im Rahmen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) betreut. Der FÖJler ist u.a. für die Kartierung vorhandener Pflanzen und Schmetterlinge, die Dokumentation über den Entwicklungsfortschritt der Wiese sowie die Öffentlichkeitsarbeit im Internet zuständig.

An der Wiese selbst wird in nächster Zeit eine Informationstafel für Bürger und Interessierte aufgestellt werden, die auf die Aktion hinweist und auf der weiterführende Informationen zu finden sind.

Auf der Homepage www.schmetterlingswiesen.de ist die Wiese erfasst und im dazu erstellten Blog wird durch den FÖJler zum Pflanzenvorkommen und besonderen Beobachtungen berichtet.

Mit der Tagfalter-App für Android, iPhone und Windows Phone, können einheimische Falter mittels Eingabe von verschiedenen Merkmalen bestimmt werden.

Schmetterlingswiese an der Lindenstraße im ungemähten Zustand
Schmetterlingswiese an der Lindenstraße - am 07.12.2015 erfolgt die 1. Mahd (ca. 50% der Fläche)

Schmetterlingswiese Dr.-Heinrich-Hahn-Straße | Anger

Im März 2016 konnte der Eigentümer des Grundstücks Dr.-Heinrich-Hahn-Straße 1 für eine Teilnahme am Schmetterlingsprojekt gewonnen werden.

Die seit dem Abriss der maroden Gebäudesubstanz (Frühjahr 2010) brachliegende Fläche ist mit seiner vorhandenen Vegetation gut geeignet. Sie weißt ein Vorkommen an Disteln, Rot- und Weißklee, Hopfenklee sowie verschiedene Gräser auf. Außerdem gibt es einen Ginsterstrauch. Damit sind potentielle Futterpflanzen für Raupen und Nektarpflanzen für Schmetterlinge vorhanden. Die schmetterlingsgerechte Pflege und Mahd erfolgt durch die Stadtverwaltung Burgstädt. Die Präsentation im Internet und auf www.schmetterlingswiesen.de sowie die Dokumentation der vorgefundenen Flora und Fauna wird ebenfalls vom Teilnehmer des FÖJ betreut.

Schmetterlingswiese an der Dr.-Heinrich-Hahn-Straße | Anger ungemäht
Schmetterlingsweise an der Dr.-Heinrich-Hahn-Straße | Anger nach der Mahd am 31.05.2016

Die Mahd - Plan für 2016 | 2017 | 2018

Mahdplan - Aufgliederung der Gesamtfläche in drei Teilabschnitte

Die Wiesen werden nur zweimal im Jahr gemäht. Dabei wird ein Balkenmäher verwendet, der die Insekten über und unter der Schnittkante schont. Ein Teil der Pflanzen (ca. 50-60%) bleiben als Rückzugsort für die Tiere stehen. Dadurch werden die verschiedenen Stadien der Schmetterlinge nur wenig gestört und die Futterpflanzen können sich besser entwickeln. Somit sollte sich die Artenvielfalt in den nächsten Jahren erhöhen.
Jeweils die Hälfte der beiden Wiesen wurde Ende Mai 2016 gemäht. Im September 2016 erfolgt die 2. Mahd, wobei hier die andere Hälfte der Fläche gemäht wird. In den Folgejahren werden die Flächen in drei Abschnitte gegliedert. Die erste Mahd (1. Drittel) erfolgt Ende Mai 2017, die zweite Mahd (2. Drittel) gegen Ende August 2017. Das letzte Drittel "überwintert" und wird im Rahmen der ersten Mahd im Juni Jahr 2018 gemäht (Rotationsprinzip).