Flächennaturdenkmäler
Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises hat auf dem Gebiet der Stadt Burgstädt vier Flächennaturdenkmäler festgesetzt.
 

Quellgebiet Sturzbach:

Das eigentliche Quellgebiet des ansich namenlosen Baches befindet sich an den Austrittsstellen des Schicht- und Sickerwassers am Kieferberg.
Jedoch erreicht der Bachlauf in seinem Unterlauf am Muldenhang stärkeres Gefälle und erhielt deshalb diesen Namen. Aber dieser Bereich ist nicht mit in dem 2,5 ha großen FND einbegriffen, sondern ist Bestandteil des Naturschutzgebietes "Um die Rochsburg".
Das FND befindet sich auf einem bedeutenden Grundwasserspeicher mit Relevanz für Burgstädt | Heiersdorf und Lunzenau | Berthelsdorf | Hohenkirchen.
Die geschützten Strukturen in diesem Gebiet umfassen Sand- und Kiesgrube, Kies- und Schotterfläche, Hochstaudenflur, Nasswiese; Binsen-, Waldsimsen- und Schachtelhalm- sumpf sowie Sicker- und Tümpelquellen, temporäres Kleingewässer und Teich - also ein sehr artenreiches Spektrum.

Diese Eigentümlichkeit mit seinem Reichtum an Strukturen bietet sehr vielen Arten, auch vielen Arten der Roten Liste gute Wachstumsbedingungen.
Bemerkenswert ist ein Vorkommen der Schwarzen Teufelskralle einer akut bedrohten Art, eine weitere gefährdete Art mit bis 50% Standort-verlusten im gesamten Verbreitungsgebiet ist die Waldschlüssel-blume.
Einzelne Strukturen weisen eine typische und natürliche Vegetation auf, so ist bei den Sickerquellen ein gehäuftes Auftreten von Bitterem Schaumkraut und Quell-Sternmiere festzustellen.

Quellgebiet Sturzbach (Tümpel)
Feldhasenpaar am Kieferberg im Juni 2016
(Foto: NABU RVE e.V., Röder)
ehem. Sandgrube am Kieferberg

Trockenhang Kieferberg:

Kieferberg

Das 0,5 ha große FND am Südhang des Kieferberges ist eine weithin sichtbare Geländestufe nördlich von Heiersdorf.
Auf diesem sandig-kiesigem Untergrund entwickelte sich eine Sekundärvegetation eines Mager- und Halbtrockenrasens für den ehemaligen Wald.
Eine Gesellschaft die nur auf rund 1% der sächsischen Landesfläche vorkommt und deshalb in ihrer Artenvielfalt und
Zusammensetzung weit und breit
ihresgleichen sucht.

Nur durch die extensive Bewirtschaftung bleibt der Halbtrockenrasen als besonders geschütztes Biotop erhalten, sonst würde zunehmend der Wald wieder Besitz von dem Gebiet ergreifen.

Besonders gut ausgebildet ist eine Form des Kleinschmielenrasens, der
Schafschwingelrasen. Vorhandene charakteristische Vertreter dieser Gesellschaft sind unter anderem Gras- und Heidenelke, Schafschwingel und gemeiner Thymian.
In einem nicht bewirtschafteten Teil des FND dominieren Staudengewächse wie Wilde Karde. Zusätzlich befinden sich an den Wegrändern im Grünlandteil kleine Baumgruppen mit Birke, Eiche und auch Wilder Birne.

Im Nachfolgenden einige Eindrücke von der Exkursion am 25.08.2011:

interessierte Exkursionsteilnehmer im Gebiet Kieferberg am 25.08.2011
Exkursion am 25.08.2011, Herr Marko Eigner vom NABU Regionalverband Erzgebirge e.V. erläutert seine Beobachtungen, u.a. die "Spanische FLagge"
Spanische Flagge (Foto-Quelle: Archiv Naturschutz LfULG, F. Klenke)
Exkursionsteilnehmer am 25.08.2011
abendliche Stimmung über dem Kieferberg
Blick vom Kieferberg in Richtung Burgstädt

Eichentrockenhang Heiersdorf:

Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum obengenannten FND sind die beiden im Zusammenhang zu sehen.
Dieses 0,7 ha große FND befindet sich ebenfalls am Südhang des Kiefernberges. Es ist ein auffällig von Eichen dominiertes Feldgehölz welches weithin sichtbar und ortsbildprägend ist.
Eine solche Formation ist in Sachsen extrem selten, weil häufig bei entsprechend widrigen Standortfaktoren Kiefernforste angelegt und die ehemalige Vegetationen somit zerstört wurden.

In dem lichten Eichenwald treten weitere standorttypische Pflanzen wie Ebersche und Faulbaum auf, aber auffällig rar ist die für die Gesellschaft namensgebende Hainbuche.
Eine nennenswerte Strauchschicht ist zumeist nicht entwickelt.
Die Bodenflora wird größtenteils von Gräsern beherrscht, es fehlen jedoch botanische Seltenheiten. Auf den sauren, nährstoffarmen Flächen gedeihen beispielsweise Heidelbeere und Dornfarn, leider gibt es auch verstärkte Anzeichen für Eutrophierung, durch Düngemitteleintrag und Ablagerung organischen Materials, in Form von Schwarzem Holunder und Schöllkraut.

Im Gegensatz zu den ausdauernden Pflanzen finden sich an der Hangunterkante im Austrittsbereich des Schichtwasser anspruchsvollere Arten, wie Brombeerarten und Bergahorn.


Herrenhaider Sumpfgebiet

Südöstlich des Waldsportplatzes und der Naturschutzstation Herrenhaide liegt das ca. 50ha große Flächennaturdenkmal "Herrenhaider Sumpfgebiet". Der in seiner natürlichen Art ausgeprägte Erlenbruchwald mit zahlreichen angrenzenden Feuchtwiesenbereichen und Tümpeln ist das ideale Fortpflanzungs- und Nahrungshabitat für Amphibien und Libellen. Bestandsbedrohte Vogelarten nutzen das Areal als Brutgebiet.

Hier gehts zum Mittelsachsen-Atlas mit den Flächennaturdenkmälern

Trockenhang Kieferberg

Eichentrockenhang Heiersdorf

Quellgebiet Sturzbach

Herrenhaider Sumpfgebiet
 
Frau Ines Hofmann
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