Ratgeber Prävention 09/2009
Thema: EU-Verkehrskommissar drängt auf billigere Wochen-Maut in Slowenien
 

Bad Windsheim, 18.06.2009 - Slowenien will am 1. Juli eine Monatsvignette für die Autobahnnutzung einführen, die ebenso teuer (35 Euro) kommen soll wie die bisherige Halbjahresvignette. Auch eine Wochenvignette (15 Euro) ist geplant. Der Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC) und sein Mitglied ARCD hatten heftig gegen diese Abzocke von Urlaubern protestiert - sowohl gegenüber Slowenien als auch bei EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani.

Der versprach inzwischen, noch einmal bei den slowenischen Behörden zu intervenieren, um einen günstigeren Preis für Reisende an die Adria auszuhandeln. Er stelle sich eine Wochenvignette von "5 bis maximal 10 Euro" vor, gab Tajani am Rande des EU-Rats der Verkehrsminister am 11. Juni 2009 bekannt.
Mit der Einführung von Wochen- und Monatsvignetten reagiert Slowenien auf die Beanstandung der im vergangenen Sommer eingeführten Autobahnmaut durch die EU-Kommission. Diese hatte mit Bezug auf den Gleichheitsgrundsatz gefordert, Slowenien solle auch für Kurzreisen entsprechende Vignetten auflegen, die für alle EU-Bürger gleich viel kosten. Tajani wollte sich jedoch auf keine weiteren formalen Schritte gegen Slowenien festlegen.

Der ausscheidende österreichische EU-Parlamentarier Reinhard Rack (EVP) bezeichnete die angekündigte Neugestaltung des Tarifsystems bei gleich hohen Preisen als "Touristennepp". Die Kommission dürfe als Hüterin des europäischen Rechts "nicht akzeptieren, dass Slowenien weiterhin die volle Miete von Kurzbesuchern abkassiert".

Studie: Leuchtende Hinweise am Straßenrand sorgen für mehr Verkehrssicherheit

Bad Windsheim, 18.06.2009 - Autofahrer halten sich eher an eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn ein so genanntes Dialog-Display am Straßenrand sie mit einem freundlichen "Danke" belohnt oder einem dezenten "Langsam" ermahnt.

Dies belegt eine Studie der TU Dresden im Auftrag der Unfallforschung der Deutschen Versicherer (UDV) an verschiedenen Orten in Deutschland. In Berlin gibt es derzeit rund 85 solcher "höflichen Brüder der Radarfalle" (Berliner Morgenpost). An allen innerstädtischen Testorten sank die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autofahrer um 1,8 bis 6 km/h und der Anteil der Temposünder verminderte sich um 43 bis 64 Prozent.
In Chemnitz stieg die Zahl der Autofahrer, die an einem bestimmten Zebrastreifen anhielten, um 130 Prozent.
Auch Brummifahrer zeigen eine positive Reaktion: So ging die Zahl der Lkw-Fahrer, die schneller als 55 km/h durch den Ort Lemsell in Sachsen-Anhalt fuhren, um 67 Prozent zurück. Die Geschwindigkeitsrückgänge fallen in den sicherheitsrelevanten oberen Tempobereichen besonders deutlich aus.

Ebenso wichtig: Die befragten Fußgänger nehmen deutliche Unterschiede des Fahrverhaltens der Kraftfahrer und eine spürbare Erhöhung der eigenen Sicherheit beim Einsatz von Dialog-Displays wahr. Der Erfolg hängt stark von den örtlichen Voraussetzungen wie Verkehrsbelastung, zulässige Geschwindigkeit, Breite und Ausstattung einer Straße ab. Zum Einsatz sollten die interaktiven Verkehrshinweis-Displays nach Ansicht der Unfallforscher vor allem im innerörtlichen Bereich zur Sicherung von sensiblen Stellen wie Fußgängerüberwegen, Schulen, Kitas oder Senioreneinrichtungen kommen.

Ein Gewöhnungseffekt tritt offenbar nicht ein: An einer Berliner Messstelle in einer Tempo-30-Zone betrug das Tempo im Dreijahres-Mittel nur 28,7 km/h; vor der Installation des Dialog-Displays lag die gemessene Durchschnitts-geschwindigkeit noch bei rund 38 km/h.

Aber nicht nur Menschen profitieren von den Leuchttafeln: Um die an Land nicht gerade als flink bekannten Biber beim Überqueren einer Straße in Berlin-Spandau besser zu schützen, nahmen Senat und Bezirk ein entsprechendes Dialog-Display in Betrieb. Es signalisiert den Kraftfahrern auf der Tempo-30-Strecke, ob sie zu schnell sind. Zuletzt war dort vor einem Jahr einer der streng geschützten Biber totgefahren worden.

Ihr Präventionssachbearbeiter
Polizeiobermeister Dieter Kutschenreuter
Polizeirevier Rochlitz