Ratgeber Prävention 06/2009
Thema: Reizklima Straßenverkehr
 

Das Klima auf unseren Straßen wird immer aggressiver und die Sicherheit im Straßenverkehr ist akut in Gefahr.
Der Gesetzgeber hat im § 1 der Straßenverkehrsordnung das Prinzip des defensiven Fahrens verankert. Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert danach ständige Vorsicht und Rücksicht. Die Fahrer sollen sich so verhalten, dass kein anderer geschädigt, behindert oder belästigt wird. Immer weniger Verkehrteilnehmer beachten diese Grundregel des Straßenverkehrs.

Ein Verkehrsteilnehmer verhält sich aggressiv, wenn er einen anderen mit böser Absicht begegnet. Der andere Verkehrsteilnehmer reagiert ebenfalls aggressiv, weil er das Verhalten des Rücksichtslosen als widerrechtlich und absichtlich empfindet. Aggressivität im Straßenverkehr ist nicht auf Autofahrer beschränkt. Auch Radfahrer und Fußgänger beteiligen sich am "Straßenkampf".
Schuld hat immer der andere!

Wie beurteilen die Kontrahenten selbst ihr Verkehrsverhalten? Die Mehrheit der deutschen Autofahrer schätzen ihr persönliches Fahrverhalten als überdurchschnittlich gut ein. Das der anderen sie eher schlecht. Die wichtigsten Verkehrsteilnehmersagen, dass sie sich aggressiv verhalten. Nur 10 % räumen ein, sich im Straßenverkehr manchmal unangemessen zu verhalten. Die Schuld für eigenes aggressives Verhalten geben 70 % dem Verhalten anderer. 47 % konstatieren eigene schlechte Laune und Ärger und für 46 % ist es der Zeitdruck.

Dass Verkehrsteilnehmer zumindest auf diesem Auge blind sind, belegen Statistiken über den Zusammenhang von aggressivem Verhalten und der Unfallwahrscheinlichkeit. Aggressive Fahrer nehmen hierbei mit 69 % weit von den "ruhig-ausgeglichenen Fahrern" die Pole-Position ein. Und das, obwohl letztgenannte Gruppe sechsmal soviel Verkehrsteilnehmer umfasst.

Was sagen Verkehrspsychologen?
Aggression im Straßenverkehr lassen sich nicht immer vermeiden. Deshalb sei es um so wichtiger, in jeder Situation sein Fahrverhalten der eigenen momentanen Fahrtauglichkeit, den Witterungsverhältnissen und der aktuellen Verkehrssituation anzupassen.

Das macht Autofahrer aggressiv
- vermehrte Lärmentwicklung (Verkehrslärm allgemein, Hupen, Start mit quietschenden Reifen etc.)
- dichtes Auffahren und Drängeln (Blinker links oder Lichthupe)
- Schneiden eines anderen Fahrzeug
- abrupte Seitenwechsel
- riskantes Überholen
- Missachten der Vorfahrt
- betont langsames Fahren
- eindeutige Handbewegungen
- ständiges Linksfahren auf der Autobahn
- Fahren in der Mitte von zwei Fahrspuren

Ihr Präventionssachbearbeiter
Polizeiobermeister Dieter Kutschenreuter
Polizeirevier Rochlitz