Ratgeber Prävention 08/2008
Thema: Taschendiebe lieben Menschenmengen und dichtes Gedränge!
 
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Viele ängstigen sich vor Straßenräubern, die Ihnen die Handtasche entreißen. Doch auf eine entrissene Handtasche kommen mehr entwendete Portemonnaies. Trotzdem gehen viele Leute unterwegs ziemlich sorglos mit ihren Geldbörsen um. Taschendiebe suchen ihre meist weiblichen Opfer dort, wo ihnen viele Menschen Deckung und Schutz bieten: in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen, auf Bahnhöfen, in
Kaufhäusern, in Supermärkten oder am Rande von Großveranstaltungen.
Die Diebe "ziehen" die Geldbörsen und Brieftaschen aus Handtaschen oder aus der Kleidung. Taschendiebe sind überwiegend Ausländer, darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Sie Gehen in Gruppen arbeitsteilig vor und nutzen dabei vorhandenes oder selbst verursachtes Gedränge: Einige lenken das Opfer ab, einer zieht die Beute, wieder andere decken die Tat und nehmen die Beute an sich.

Mit diesen Tricks "arbeiten" Taschendiebe

"Oh, Verzeihung" - Im Gedränge werden Sie "versehentlich" angerempelt. Auf der Treppe werden Sie von eiligen Passanten kurz "in die Mitte" genommen. Beim Einsteigen in den Bus stolpert Ihr Vordermann, er bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während Sie nach Halt suchen oder auflaufen und abgelenkt sind, greift ein Komplize in Ihre Tasche.

"Ganz schön voll hier" - Im vollen Bus oder in der Bahn rückt jemand unangenehm dicht an Sie heran. Sie wenden ihm ärgerlich den Rücken zu- und damit ist Ihre Schultertasche "griffbereit".

"Wo finde ich diese Straße?" - Fremde fragen Sie nach dem Weg und halten Ihnen einen Stadtplan vor oder bitten Sie -beispielsweise auf Bahnhöfen- an einen ausgehängten Plan. Während Sie sich orientieren und abgelenkt sind, plündern andere Ihre Hand- oder Umhängetasche.

"Können Sie wechseln?" - Ein Fremder bittet Sie, ein Zweieurostück oder eine andere Münze zu wechseln. Wenn Sie das Münzfach Ihrer Börse öffnen, lenkt er Sie ab, etwa weil er seine Münze in Ihre Börse wirft, und stiehlt dabei die Geldscheine.

Die Polizei rät:

Nehmen Sie nach Möglichkeit keine größeren Bargeldbeträge mit.

Tragen Sie Geld, Schecks, Kreditkarte und Papiere in verschiedenen verschlossenen Innentaschen Ihrer Oberbekleidung dicht am Körper statt in der Handtasche. Benutzen Sie lieber einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.

Tragen Sie Ihre Hand- oder Umhängetasche verschlossen unter den Arm geklemmt oder auf der Körpervorderseite mit dem Verschluss zum Körper. Tragen Sie Ihre Tasche nicht lose über die Schulter halb auf dem Rücken.

Legen Sie Ihre Geldbörse beim Einkauf nicht in die Einkaufstasche, den Einkaufskorb oder –wagen, sondern tragen Sie Ihr Geld in einer verschlossenen körpernahen Innentasche Ihrer Oberbekleidung.

Legen Sie Ihre Geldbörse beim Bezahlen an der Kasse nicht aus der Hand.

Lassen Sie Ihre Handtasche nie aus den Augen, weder im Restaurant oder Laden. Hängen Sie Ihre Tasche bei der Anprobe von Schuhen oder Kleidung nicht an die Stuhllehne.

Ihr Präventionssachbearbeiter
Polizeiobermeister Dieter Kutschenreuter
Polizeirevier Burgstädt