Ratgeber Prävention 13/2008
Thema: So gelingt Ihr Urlaub in Italien
 
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Auf einigen Teilabschnitten italienischer Autobahnen wird die Geschwindigkeit nicht mit den üblichen Methoden wie Radar-Blitzgerät oder Laserpistole gemessen. Dort kommt das so genannte Tutor-System zum Einsatz. Hierbei werden Fahrzeug und Kennzeichen mithilfe von Kameras und Sensoren erfasst und die Geschwindigkeit über einen Streckenabschnitt von ca. 10 bis 25 Kilometern gemessen. Anhand der Fahrtzeit und der erfassten Werte wird bei Verlassen des Tutor-Bereiches die Durchschnittsgeschwindigkeit errechnet. Liegt diese über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h drohen dem Fahrer 140 bis 2.000 Euro Bußgeld und ein Fahrverbot zwischen einem und zwölf Monaten.

Deutsche Urlauber können bisher nur dann belangt werden, wenn sie direkt aus dem Verkehr gezogen werden, in eine Verkehrskontrolle geraten oder einige Zeit später erneut nach Italien einreisen. Von Deutschland aus werden Strafen aus dem Ausland, abgesehen von Österreich, nicht eingezogen, da es noch keine Vollstreckungs- hilfevereinbarung für Bußgeld- oder Verwaltungssachen zwischen Deutschland und anderen europäischen Ländern gibt.

Seit der Einführung dieses Systems wurden 22 % weniger Unfälle und über 50 % weniger Tote gemessen. Aus diesem Grund sollen bis Ende 2008 weitere Autobahnstrecken mit dem Tutor-System ausgestattet werden und auch Städte wie Rom wollen so die Zahl der Verkehrsunfälle verringern.

Benimmregeln an Italiens Stränden

Italienurlauber müssen sich, wenn es nach dem Dachverband der italienischen Strandbad-Unternehmer und Konzessionäre geht, künftig an einige Regeln beim Baden an öffentlichen Stränden halten. So ist beispiels-weise das Ballspielen nur an bestimmten ausgewiesenen Stellen erlaubt und auch Tiere dürfen nur an speziellen Stränden mitgebracht werden.

Und um die anderen Urlauber am Strand nicht unnötig Ihrer Erholung zu berauben, wird zudem darum gebeten, Unterhaltungen in angemessener Lautstärke zu führen. Auch Handys müssen leiser gestellt werden und Musikhören ist nur mit Kopfhörern erlaubt. Doch das ist längst nicht alles. So ist außerdem vorgeschrieben, eine fünf Meter breite Strandlinie zum Meer hin freizuhalten sowie Kleidung nicht wild im Strandbad zu verteilen. Und ein kleines Souvenir in Form einer Muschel oder Sand ist ebenfalls nicht gestattet, um das maritime Ökosystem nicht zu schädigen, heißt es.

Neben diesen mehr oder weniger fragwürdigen Regelungen gibt es aber durchaus auch sinnvolle "Gebote". So ist es beispielsweise untersagt, Abfall oder Zigarettenkippen am Strand liegen zu lassen, was für manchen Strand-besucher heutzutage nicht immer zur Selbstverständlichkeit gehört. Zudem werden fliegende Händler und selbst-ernannte Masseure vom Strand ferngehalten, welche viele Touristen doch eher als aufdringlich empfinden.

Italien: Gefängnis und Enteignung bei Trunkenheitsfahrten

Fahrten unter Alkoholeinfluss sollen Autofahrern in Italien künftig teuer zu stehen kommen. Denn neben saftigen Geldbußen drohen Haftstrafen und sogar die Enteignung des Pkws.

So kann eine Fahrt mit 0,5 bis 0,8 Promille bereits satte 2.000 Euro kosten. Ab einer Blutalkohol-konzentration von 0,8 Promille steigt die Höhe der Geldstrafe auf 3.200 Euro an und maximal sechs Monate Haft kommen hinzu, die bei Ersttätern allerdings meist zur Bewährung ausgesetzt wird. Beträgt die Blutalkohol-konzentration jedoch mehr als 1,5 Promille, soll der alkoholisierte Fahrer, sofern er der im Fahrzeugschein eingetragene Halter ist, enteignet werden. Wird ein Alkoholtest vom Fahrer verweigert, dürfen die Behörden laut Gesetz sogar von einem Wert über 1,5 Promille ausgehen.

(Quelle: ARCD Aktuell)

Ihr Präventionssachbearbeiter
Polizeiobermeister Dieter Kutschenreuter
Polizeirevier Burgstädt