Ratgeber Prävention 05/2007
Thema: Wenns im Ausland kracht
 
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Viele Millionen deutscher Touristen verreisen jedes Jahr ins Ausland, etwa die Hälfte davon ist mit dem eigenen Wagen unterwegs. Klar, dass es bei der Vielzahl an Reisen auch außerhalb unserer Landesgrenzen mal zu einem Unfall kommen kann. Innerhalb der EU und den Staaten des europäischen Wirtschaftsraumes gibt es jetzt aber erhebliche Erleichterungen.

Nach einer EU-Richtlinie kann die Schadensregulierung nach Auslandunfällen nicht nur im Unfallland über die Haftpflichtversicherung des Schädigers, sondern auch im Land des Geschädigten über einen so genannten Schadensregulierungsbeauftragten der verantwortlichen Versicherung erfolgen.
Das Regulierungsverfahren wird erheblich erleichtert, da in der eigenen Sprache korrespondiert werden kann. So kann sich der geschädigte Urlauber nach Auskunft der Deutschen Versicherer daheim an einen regulierungsbefugten Ansprechpartner wenden. In Deutschland ermittelt diesen der Zentralruf unter der Telefonnummer 0180-25026.

Grundsätzlich muss aber Folgendes beachtet werden:
Für die Abwicklung von Schadensersatzansprüchen gilt das Recht des Landes in dem der Unfall passiert ist.
Und hier sind die Unterschiede gravierend: Zum Beispiel sind in Italien die Kosten eines privat hinzugezogenen Sachverständigen nicht erstattungspflichtig; in der Schweiz werden Mietwagenkosten generell nur dann bezahlt, wenn eine berufliche Notwendigkeit für die Inanspruchnahme nachgewiesen werden kann; in der tschechischen Republik werden Mietwagenkosten, Nutzungsausfall oder Wertminderung überhaupt nicht ersetzt.

Wesentlich einfacher ist die Rechtslage bei Unfällen mit einem ausländischen Fahrzeug in Deutschland. Für die Abwicklung ist hier das deutsche Recht maßgeblich. Soweit z.B. für außereuropäische Länder kein Regulierungsbeauftragter in Deutschland ansprechbar ist, übernimmt das "Deutsche Büro Grüne Karte e. V." in Hamburg die Schadensregulierung.
Es benennt die deutsche Versicherung, welche die Abwicklung des Schadensfalles für die ausländische Versicherung durchführt.

Für das Verhalten unmittelbar nach den Unfall gilt übrigens das Gleiche wie in Deutschland: Komplette Angaben zu beteiligten Personen, Fahrzeugen und Zeugen erleichtern die spätere Abwicklung enorm. Für den Fall der Fälle sollte man den Europäischen Unfallbericht sowie in manchen Ländern die Grüne Karte als internationalen Versicherungsnachweis (zeitlich begrenzt gültig) dabeihaben. Wer zudem mit Schutzbrief, Vollkasko- und Verkehrsrechtsschutzversicherung vorgesorgt hat, kann die schönen Wochen des Jahres unbeschwert genießen.

Ihr Präventionssachbearbeiter
Polizeiobermeister Dieter Kutschenreuter
Polizeirevier Burgstädt