Ratgeber Prävention 09/2008
Thema: Urlaubszeit - Sicherheitscheck für Wohnmobile und -wagengespanne; Teil I
 
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Prävention
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1. Überprüfen Sie den technischen Zustand Ihrer Fahrzeuge,
z.B. Lichtanlage, Hupe, Einstellung der Außenspiegel, Betriebsflüssigkeiten, besondere Aufmerksamkeit ist ihrer Bereifung zu widmen.

Wichtige Begriffe hierbei sind:
Reifenalter (siehe auch Einstellung: Reifen-Check) Für jeden Reifen gilt: Selbst wenn ein Reifen noch tadellos aussieht oder kaum benutzt wurde, ist seine Lebensdauer nach etwa 6 Jahren zu Ende.
Warum? Die Gummimischung altert mit der Zeit und verliert damit einen Teil ihrer Fähigkeiten. Sonnenlicht und hohe Temperaturen beschleunigen den Alterungsprozess. Vor allem im Sommer in südlichen Ländern ist es deshalb sinnvoll, die Reifen von länger abgestellten Autos und Caravans durch Abdecken zu schützen. Nach schnellen Autobahnfahrten empfiehlt sich eine Wärmeprobe. Ist der Reifen in Ordnung, wird er höchstens gut handwarm sein. Fühlt er sich dagegen überhitzt an, so kann dies folgende Ursachen haben: Luftdruck zu niedrig, oder eine schleichende Zerstörung von Gürtel und Unterbau kündigt sich an.

Faustregel: Reifen über 6 Jahre nur benutzen, wenn sie vorher ununterbrochen im Einsatz waren. Reifen für Wohnwagen und nicht dauernd benutzte Reifen nach 6 Jahren ersetzen. Reservereifen älter als 6 Jahre nur noch im Notfall verwenden.

2. Richtige Beladung und Einhaltung der zulässigen Gewichte - zulässiges Gesamtgewicht nicht überschreiten!

Das zulässige Gesamtgewicht können sie aus der Ziffer 15 des Fahrzeugscheines oder dem Feld F1 (Technisch zulässige Gesamtmasse in kg) bzw. dem Feld F2 (Im Zulassungsmitgliedstaat zulässige Gesamtmasse in kg) der Zulassungsbescheinigung Teil I entnehmen. Die Angabe über das Leergewicht finden sie unter Ziffer 14 des Fahrzeugscheines oder dem Feld G (Masse des in Betrieb befindlichen Fahrzeugs in kg "Leermasse") der Zulassungsbescheinigung Teil I entnehmen. Zulässiges Gesamtgewicht: von Größe und Beschaffenheit des Fahrgestells abhängig, der Hersteller legt dieses Gewicht fest.
Das Leergewicht: (Fahrzeug inklusive vollem Kraftstofftank, Fahrergewicht (75 Kilo), Bordwerkzeug, Ersatzrad, Verbandskasten und Warndreieck) lässt der Aufbauhersteller in die Kfz-Papiere eintragen, wenn das Fahrzeug vom Band kommt und die Wiegekarte einer öffentlichen Waage vorliegt.

Für Fahrzeuge, welche ab dem 01. Juli 2003 erstmals in Verkehr gebracht werden, wird für die Kraftstofffüllung nur noch 90 % des Kraftstofftankfassungsvermögens berücksichtigt. Dafür muss das Leergewicht, so wörtlich "zu 100 Prozent gefüllte Systeme für andere Flüssigkeiten (ausgenommen Systeme für gebrauchtes Wasser)" beinhalten. Für Reisemobile bedeutet das: voller Frischwassertank und Gasflaschen, Boilerinhalt und -wenn vorhanden- Wasser im separaten Spültank der Toilette. Die Berücksichtigung von Fahrergewicht (75 Kilo), Bordwerkzeug, Ersatzrad, Verbandskasten und Warndreieck) bleiben ebenfalls bestehen.

WICHTIG:
Auf Einhaltung der Achs-, Stütz-, Anhänge- und Dachlast achten!

Die Differenz zwischen Leer- und zulässigem Gesamtgewicht bezeichnet man als Nutzlast. Aber Achtung: Jedes noch so kleine Zubehörteil, das nach Auslieferung vom Werk ins Mobil eingebaut wird, erhöht das Leergewicht und verringert die Zuladungsmöglichkeit. Ist Ihr Mobil endlich komplett (mit Markise, Fahrradhalter, Dachbox und Leiter etc.) ausgestattet, fahren Sie noch einmal zu einer Wiegestelle. Notieren Sie sich den neuen Wert, legen sie den Zettel zu Ihren Kfz-Papieren. Bei genauer Ermittlung der effektiven Nutzlast bitte sowohl die Gewichte des gefüllten Wassertanks und des mitgeführten Gasvorrats als auch die der Mitreisenden berücksichtigen. Wichtig: das Gewicht des Reisegepäcks nicht schätzen, sondern auf der Waage prüfen lassen. Nur so sorgen Sie für die eigene Sicherheit und riskieren keine unnötigen Aufenthalte (Beseitigung der Überladung), Bußgelder und Punkte in Flensburg.

Fortsetzung folgt!

Ihr Präventionssachbearbeiter
Polizeiobermeister Dieter Kutschenreuter
Polizeirevier Burgstädt