Die Herrenstraße
 

Die Herrenstraße verdankt ihren Namen dem Besitzer von Schloss Rochsburg, der sie bei seinen Besuchen der Stadt stets gebrauchen musste. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts bekam diese eine Pflasterung.

Die Industrie entwickelte sich in den ältesten Barockbauten an der Herren-straße. Der Zeughändler Johann Friedrich Wagner brachte 1742 als erster Burgstädter Wirkwaren zur Leipziger Messe und erzielte so erfolgreiche Abschlüsse, dass er an der Herrenstraße eine Manufaktur für

Die Herrenstraße

halbseidene Camelottes (Tücher) errichten lassen konnte. Durch ihn wurde Burgstädt auch zum Ausgangspunkt der sächsischen Kattundruckerei.
Überhaupt bestimmte die Textildruckerei die Geschichte der Stadt. 1776 erhielt Traugott Benjamin Böhme das kurfürstliche Privileg, als einziger Manufakturherr Sachsens reinseidene Tücher herstellen zu lassen. 1810/20 produzierte die Firma Bergt als erste sächsische Firma Stoffe mit echtfarbigem roten Druck. Mit der Einführung des mechanischen Webstuhles kam die Strumpfwirkerei auf. Zu gleicher Zeit entstand die Handschuhindustrie, die den Burgstädter Betrieben großes Ansehen einbrachte.

Die Herrenstraße

Die Herrenstraße war die Hauptstraße von Burgstädt. Treffpunkt für die dort ansäs-sigen Geschäftsleute war die Gaststätte „Goldener Stern“.
Das Gebäude wurde 1753 als Wohn- und Geschäftshaus erbaut. Seifensieder und Nadelmacher ließen sich hier geschäftlich nieder. 1841/42 diente dieses Haus auch als Schulgebäude. 1854 erwarb ein Webermeister das Anwesen und erhielt die Konzession für Bier- und Branntweinaus-schank. Dann war von hier aus die erste Fahrpostverbindung bzw. Posthalterei.

Im Hinterhof befand sich die Frühstücksstube „Sternschnuppe“ für die Pferdekutscher (Pferde wechseln). 1867 wurde die Ausschankgenehmigung durch den Stadtrat erteilt. In den Folgejahren kam es wiederholt zu Besitzerwechseln. 1921 fand im Hinterhof des Gasthauses der erste große Pferdemarkt statt.
Der „Goldene Stern“ blieb bis zur Wende 1989, trotz wiederholten Besitzerwechsels, immer Gaststätte. Sie wird seit 1991 von Herrn Rößner bewirtschaftet und wurde 1995 von ihm käuflich erworben und bis heute ein gern besuchtes Gasthaus mit gut bürgerlicher Küche.
Besonderheiten sind das altdeutsches Kreuzgewölbe, ein Kachelofen mit original Meissner Porzellan Fliesen und die dekorativen Farbglasfenster.

Gestaltung: E. Richter im Verein "Aktiv leben" e.V.