Der Wettinhain
 

Der Wettinhain - Die grüne Lunge unserer Stadt

Im Mittelalter hielten alljährlich die Klosterinsassen von Zschillen ihre Synode auf dem Taurastein ab, die vermutlich mit einem Volksfest verbunden war. Noch in den Jahren 1866 bis 1870 wurde auf dem Taurastein an der Stelle, an der sich jetzt der Aussichtsturm erhebt, ein bescheidenes Volksfest abgehalten. In dieser Zeit waren die Felsen von einer kleinen Wildnis eingeschlossen, die aus allerlei Strauchwerk und vereinzelten Krüppelbirken bestand.

Im Jahre 1881 wurde das noch heute vorhandene Gastwirtschaftsgebäude am Taurastein erbaut. Auf dem Grundstück zwischen den Felsbrocken legte man einen schönen Garten an, der bald zu einem beliebten und viel besuchten Ausflugsort wurde.

Die eigentliche Entstehung des Hains mit seinen Parkanlagen liegt in den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich um 1887 war das Gelände bis zum Viadukt Pachtland mit Äckern und Wiesen. Es gehörte damals schon zum städtischen Areal und wurde von 18 Feldpächtern bewirtschaftet.
Die Mitglieder des Erzgebirgsvereins Natur- und Heimatfreunde, unter Leitung des Lehrers Herrn Theodor Drescher, setzten sich für eine Bepflan-zung des schön gelegenen Naturgeländes ein um für die Bürger und Einwohner der Stadt Burgstädt in der Nähe etwas Erholsames zu schaffen.

Wettinhain mit alte, Turm

Im Jahre 1889 feierte das sächsische Herrscherhaus, das seinen Namen nach der Stammburg Wettin trug, das 800-jährige Regierungsjubiläum, zu dessen Erinnerung man in fast allen Städten etwas stiftete. Bei dieser Gelegenheit regte das Vereinsmitglied Dr. Böhmert im Verein an, zum Andenken an diese seltene Feier am Taurastein einen Bürgerpark mit dem Namen “Wettinhain“ zu errichten.
Am 17. Juni 1889 wurde der Park mit einer Fläche von 3,5 Hektar feierlich eingeweiht.
Diese erste Anlage endete wenige Meter unterhalb des Taurasteins.

Der Teich im Wettinhain

In den Folgejahren wurde die Anlage von den Burgstädtern mehr und mehr angenommen und es regte sich der Wunsch nach Erweiterung. Wenn auch mit hohen Kosten verbunden, ging in den folgenden Jahrzehnten die Erweiterung vonstatten. Die Ausgaben für die Parkgestaltung und die Kosten zum Ankauf von neuem Gelände überstiegen bald das Limit der Vereinsmitglieder. Nur durch großzügige Unterstützung Burgstädter Fabrikanten und verdienstvoller Bürger der Stadt konnten die Belange des Vereins und damit die Erweiterung des Parks gesichert werden.

Vor allem Gustav Winkler stiftete im Jahr 1900 3.000 Mark zum Ankauf eines weiteren Grundstückes und des Wettinturmes, die er dem Verein schenkte. Die Ausführung dieser Anlage wurde 1900/01 dem Chemnitzer Landschaftsgärtner Zeumer übertragen. Der Baumbestand des Wettinhains besteht vorwiegend aus Laubgehölzen. Sie wurden jedoch durch eine Vielzahl edler Nadelhölzer ergänzt. Fast 5.000 Bäume und Sträucher fanden ihren Platz. Unter diesen Pflanzen und Bäumen sind auch seltene Vorkommen zu finden, wie z.B. die Scharlacheiche, Robinien, Serbische Fichten und verschiedene Wacholder.
Im Jahre 1903 wurde der Wettinhain um eine Teichlandschaft erweitert – Kosten 18.000 Mark. Hierzu stiftete Herr Robert Gärtner 10.000 Mark, Herr Gustav Winkler 5.750 Mark. 1.750 Mark kamen aus einer Sammlung der Bürgerschaft.

Durch die Auswirkung des ersten Weltkrieges und der Inflation waren die Erhaltung und die weitere Gestaltung des Parks dem Verein nicht mehr möglich, so dass der Hain im Oktober 1925 in das Eigentum der Stadt überging. 1937 fand das erste Fest am Taurastein statt. Im Laufe der Jahrzehnte folgten zahlreiche derartige Veranstaltungen im Wettinhain.
Ab Oktober 1945 trug der Park den Namen „Karl-Liebknecht-Hain“. 1974 begann der Bau der Freilichtbühne. Diese war schon nach nur zwei Jahren Bauzeit fertig gestellt. Ferner wurde die Festwiese eingerichtet, eine Tanzdiele im Felsengelände eingebaut und ein Strandcafé,

Weiitnhain Teich
Wettinhain Minigolfanlage

das heute nicht mehr vorhanden ist, lud zum Verweilen ein. 1993 bis 1994 folgte die umfassende Sanierung der beiden Teiche.
1995 bekam die Stadtverwaltung von der Firma Kunststoffverarbeitungs- und Vertriebs-GmbH Chemnitz eine Minigolfanlage zu Werbezwecken kostenlos überlassen. Der Bauhof der Stadt hatte die Anlage aufgebaut.

Seinen ursprünglichen Namen „Wettinhain“ bekam er offiziell 1996 zurück.

Wettinhain Barfußweg

Bei den Kindern sehr beliebt ist der Abenteuerspielplatz, welcher seit Mai 2000 instand gesetzt zur Verfügung steht.

Seit Sommer 2002 findet auf der Freilichtbühne wieder Sommerkinobetrieb statt.

Seit 2005 besitzt der Wettinhain eine neue Attraktion, einen Barfußweg. Seine Benutzung dient der Förderung der Durchblutung der Füße und damit des allgemeinen Wohlbefindens.

Ebenfalls 2005 konnte das „Bistro am Taurastein“ wieder eröffnet werden.

Gestaltung: E. Richter im Verein "Aktiv leben" e.V.

 
 

Der Schatz im Taurastein

Aus dem "Sagenbuch" von Dr. Alfred Weiche

In dem Taurasteine bei Burgstädt soll ein Schatz liegen. Auch erzählt die Sage von einem unterirdischen Verbindungswege zwischen dem Taurasteine und dem Rathause in Burgstädt. Einst soll auch auf dem Taurasteine ein Altar der heidnischen Wenden gestanden haben, welche sich, von ihren Priestern gerufen, im Hahnbusche versammelten, wenn sie zum Opfer hinauszogen. Die Wenden und ihre Priester wurden vertrieben, aber noch lassen sich auf dem Platze gespenstische Männchen sehen, welche den verborgenen Schatz hüten.

Es geschah einmal, daß ein Bewohner Burgstädts auf den Stein ging. Von der Hitze ermattet, legte er sich im Waldesgrün, wo ihn wohltätige Kühlung umfing, nieder und fiel bald in einen tiefen Schlaf. Plötzlich rief ihm eine Stimme zu: "Stehe auf, denn ich führe dich zu deinem Glücke!" Als er die Augen aufschlug, war es Nacht und vor ihm stand ein graues Männchen. Mit unsichtbarer Macht zog es ihn dem Männchen zu folgen, wohin ihn dasselbe führte. Bald standen sie vor einer geöffneten Pforte, und im Inneren der Höhle lagen Haufen von hellerleuchtetem Golde. Da sagte das Männchen: "Jetzt sind wir am rechten Orte. Alles, was du hier siehst, soll dein sei, und du bist alle deine Sorgen los. Nur eine Kleinigkeit wünsche ich mir von dir: dein Weib gebar dir einen Knaben, den sollst du mir für dies Gold schenken, daß er mir mit Leib und Seele gehört!"

Da nahm der fromme Burgstädter schnell ein Kreuz, der Christen heiliges Zeichen, daß er bei sich trug, hervor und hielt es den Verführer entgegen.

Schatzmännlein

Plötzlich stürzten Felswände krachend ein, und das Gold sank wieder in die Tiefe hinab. Der Arme aber fiel mit bleichem Gesicht wie leblos zwischen dem Gesteine nieder, und als er am Morgen erwachte, wurde gar freundlich in der nahen Stadt das Pfingstfest eingeläutet. Zu Hause angekommen, stand sein Weib, welches ihm in der Nacht ein Söhnchen geboren hatte, und als sich die Kunde von dem Geschehen in der Stadt verbreitete, da eilte jung und alt nach dem Taurasteine, ob man noch etwas von dem Golde sehen möchte; doch jede Spur von der reichen Schatzkammer war verschwunden.

Gestaltung: E. Richter im Verein "Aktiv leben" e.V.